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420 420 rbbtext Sa 23.10.21 13:28:45

Die bessere Medizin für Frauen

Noch immer ist in der Medizin der 75 Kilo schwere Mann der Maßstab der Dinge - also in der Diagnostik, der Pharmazieforschung, der Dosierungsempfehlung und schließlich der Therapieansätze. Dabei leiden Frauen und Männer nicht nur häufiger unter verschiedenen Erkrankungen, sie zeigen teilweise auch andere Symptome.

Blasenentzündungen etwa treffen in der Mehrzahl Frauen, was mit der unterschiedlichen Länge der Harnwege (bei Frauen kürzer als bei Männern) zusammenhängt.

Bei psychischen Erkrankungen überwiegen bei Frauen Depressionen, während bei Männern psychopathische Problematiken (auch mit aggressiven Merkmalen) und Suchterkrankungen überwiegen.

Symptomatik Männer und Frauen zeigen bei gleicher Erkrankung zum Teil auch unterschiedliche Symptome, etwa beim Herzinfarkt. Hierbei können die Symptome von Frauen recht unspezifisch von Nacken- oder Bauchschmerzen, bis hin zu Übelkeit, Abgeschlagenheit sein. Bei Männern hingegen sind die Symptome oft recht eindeutig durch stechenden Schmerz in der Brust.

Das führt dazu, dass Frauen oft falsch diagnostiziert werden, somit ist die Sterblichkeit von Frauen, die einen Herzinfarkt erleiden höher, obwohl sie statistisch seltener davon betroffen sind. Frauen-Herzen schlagen in der Regel schneller. Hingegen sind Verdauung und Stoffwechsel im Vergleich zum Mann langsamer - Substanzen verbleiben nicht nur länger im Organismus, sie können auch andere Wirkungen herbeiführen.

Auch haben Frauen teilweise andere Risikofaktoren an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden. Ein wichtiger Risikofaktor für Frauen ist psychischer, emotionaler Stress.

Pharmazie Medikamente werden schon im Frühstadium der Forschung nur an männlichen Tieren getestet, da der weibliche Organismus aufgrund hormoneller Schwankungen weniger eindeutige Ergebnisse liefern würde.

Männer sind von Nebenwirkungen zahlreicher Medikamente deutlich seltener betroffen als Frauen (60% der Patienten, die wegen unerwünschter Nebenwirkungen behandelt werden müssen, sind Frauen).

Alternative Heilverfahren Frauen, so ergaben Forschungen, sind nicht nur aufgeschlossener gegenüber Naturheil- und alternativen Verfahren (etwa TCM, Ayurveda), sie profitieren auch stärker von deren Anwendung. Eine ganze Reihe von Beschwerden/Erkrankungen können zudem durch eine bewusste Ernährung, einem adäquaten Bewegungsprogramm gelindert oder geheilt werden.

Gendermedizin An der Charité Berlin gibt es eine Forschungsabteilung zur Gendermedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Vera Rognitz-Zagrosek.

Mehr Infos: https://gender.charite.de Zu Gast bei "zibb" ist Dr. Franziska Rubin. Die Ärztin stellt in ihrem Buch "Die bessere Medizin für Frauen - ganzheitlich und individuell - der Schlüssel zu Ihrer Gesundheit" (Verlag Knaur Menssana) eine Vielzahl von praktischen Tipps zusammen, erklärt anschaulich, wie schon in der Küche durch Gewürze wie Kurkuma oder der Wunderknolle Galgant viel zum Wohlbefinden beigetragen werden kann.

Sie kombiniert schulmedizinisches Wissen mit ganzheitllichen, alternativen Ansätzen und plädiert auch für eine individuellere Medizin.

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